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AfD-Bundessprecher Meuthen verteidigt Gaulands Äußerung

Abensberg (dpa/lby) – AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen hat den Spitzenkandidaten seiner Partei, Alexander Gauland, gegen Rassismusvorwürfe in Schutz genommen. Der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel habe 2012 gefordert, die ganze Regierung Merkel «rückstandsfrei zu entsorgen», sagte Meuthen am Montag bei der Gillamoos-Veranstaltung seiner Partei in Abensberg in Anspielung auf eine umstrittene Äußerung des AfD-Spitzenmanns über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz.

Deswegen sei die Forderung von Gauland moderat gewesen. Dieser habe «lediglich unsere Desintegrationsministerin Aydan Özoguz entsorgen» wollen, «und das im Übrigen völlig zurecht», sagte Meuthen. Gaulands Aussage sei viel milder als die von Gabriel gewesen.

Gauland hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung davon gesprochen, die SPD-Politikerin Özoguz in der Türkei zu «entsorgen». Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Spitzenpolitiker anderer Parteien hatten die Äußerung als «rassistisch» bezeichnet. Gegen Gauland sind mehrere Strafanzeigen deswegen erstattet worden.

Meuthen und AfD-Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch warfen bei der Kundgebung in Niederbayern der Bundesregierung Versagen bei der Zuwanderungspolitik und dem Umgang mit Muslimen vor. «Diese ganze Merkel-Regierung hat uns offensichtlich totales Migrationschaos und innere Unsicherheit wie noch nie beschert», sagte Meuthen. Von Storch sagte, eine AfD-Regierung würde keinen Flüchtling mehr ohne Papiere ins Land lassen. «Ohne Pass kommt hier keiner rein, denn, wie wir wissen, ohne Pass kommt ja auch keiner mehr raus.»