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Autorin Haratischwili erhält Bertolt-Brecht-Preis

Augsburg (dpa/lby) – Der Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg geht in diesem Jahr an die Hamburger Autorin Nino Haratischwili. Die 34-Jährige erhalte die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Theaterstücke und ihren Roman «Das achte Leben (Für Brilka)», teilte die Stadt mit. Der Preis soll am 19. April im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses übergeben werden.

Die Jury begründete die Auszeichnung damit, dass die in Tiflis geborene Dramatikerin und Regisseurin in der Tradition Brechts stehe: «Nino Haratischwilis Romane und Theaterstücke lassen sich mit den großen Exildramen Bertolt Brechts in Verbindung bringen. Ihre Begabung, komplizierte historische Prozesse, Revolutionen und Kriege ebenso wie menschliches Versagen, Opportunismus und Machtmissbrauch sowie individuelle Katastrophen in sinnliche Geschichte und großartige Frauenfiguren zu fassen, erinnert an Brechts «Mutter Courage» und seinen «Kaukasischen Kreidekreis».»

Die schwäbische Stadt verleiht den Brechtpreis seit 1995 in Erinnerung an den vor 120 Jahren, am 10. Februar 1898, in Augsburg geborenen Theatermann. Die ersten Preisträger waren die Autoren Franz Xaver Kroetz und Robert Gernhardt. Um den Preis aufzuwerten, wird er künftig alle zwei Jahre vergeben – bislang gab es einen Drei-Jahres-Rhythmus.

Auch mit dem jährlichen Brechtfestival ehrt die Stadt den 1956 gestorbenen Schriftsteller. Das Festival findet heuer vom 23. Februar bis 4. März statt. Schwerpunkt ist eine Gegenüberstellung des Egoismus in der Gesellschaft und der Solidarität. Bei dem Kulturfest sind in diesem Jahr unter anderem Gastspiele des Maxim Gorki Theaters aus Berlin und des Theaters Bremen geplant.