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Bankkunde überwältigt mutmaßlichen Serienräuber

Heimenkirch (dpa/lby) – Ein Kunde hat in einer Bank in Heimenkirch (Kreis Lindau) einen mutmaßlichen Serienräuber kurz nach einem Überfall überwältigt. Der 54 Jahre alte Täter könnte für zwei weitere Banküberfälle in Bayern und eine Serie von elf Überfällen in Österreich verantwortlich sein, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ein Richter erließ gegen den 54-Jährigen Haftbefehl. Der Tatverdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft.

Der Mann hatte am Montag in der Bank unter vorgehaltener Waffe Geld von den Angestellten gefordert. Weil diese kein Geld herausgeben wollten, flüchtete der Österreicher zunächst in den Vorraum der Bank. Ein 32 Jahre alter Kunde folgte dem Täter und versuchte ihn festzuhalten. Daraufhin sei es zu einer Rangelei gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei in Kempten.

Dem Kunden gelang es, die Waffe des Räubers zu sichern und diesen an eine Wand zu drücken. Zusammen mit einem Angestellten der Bank hielt der 32-Jährige den Mann fest, bis die Polizei eintraf. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Tatwaffe um eine täuschend echt aussehende Spielzeugpistole.

Im Laufe seiner Vernehmung gab der Täter zwei weitere Banküberfälle im Juli und November 2016 in Opfenbach (Kreis Lindau) zu. Im Juli konnte er kein Geld erbeuten, im November jedoch mehr als 10 000 Euro.

Die Polizei in Österreich geht nun davon aus, dass er für elf weitere Überfälle auf Banken und Postfilialen in Vorarlberg verantwortlich ist. Darauf weisen die Vorgehensweise des Täters, seine Kleidung und DNA-Spuren hin, wie ein Ermittler sagte. In österreichischen Medien wurde der Serientäter als «Postkarten-Räuber» bekannt. An die Polizei in Vorarlberg hatte er nach Überfällen zweimal eine Postkarte geschrieben mit den Worten: «Das war noch nicht alles. Komme wieder».

In den kommenden Tagen sollen Experten die an den verschiedenen Tatorten gesammelten DNA-Spuren abgleichen. Ein Ergebnis erwartete ein Sprecher der Landespolizei Vorarlberg für kommende Woche.