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Bauern: Trinkwasserstudie «abenteuerliche Modellrechung»

München (dpa/lby) – Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl hat die Studie des Umweltbundesamtes (UBA) über zu viel Düngung und steigende Wasserpreise als «abenteuerliche Modellrechnung» kritisiert. Gerade was die bayerische Landwirtschaft angehe, werde ein Zerrbild gezeichnet. «Dank vieler kooperativer Umweltschutzmaßnahmen leisten die bayerischen Bauern bereits enorm viel für den Schutz unseres Wassers.» In mehr als 96 Prozent seien Wasserproben im Freistaat unter dem Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter geblieben. «Es ist deshalb eine Unverschämtheit, dass das Umweltbundesamt wider besseres Wissens reißerische Schlagzeilen produziert und damit die Bäuerinnen und Bauern an den Pranger stellt», sagte Heidl.

Laut UBA wird in mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überstiegen. Trinkwasser könnte daher teurer werden, wenn nicht bald weniger Dünger auf die Felder komme. Sollte die Belastung nicht sinken, müssten die Versorger zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen.

Heidl sagte, allen verfügbaren Daten der Umweltbehörden zufolge sei der Nitratgehalt im bayerischen Grundwasser in den vergangenen zwei Jahrzehnten konstant. Im landwirtschaftlich beeinflussten Grundwasser der südbayerischen Schotterplatten nehme der Nitratgehalt laut Landesamt für Umwelt seit 2004 tendenziell ab. «Das Umweltbundesamt erweckt jedoch den Eindruck, dass sich die Situation verschlechtert und weiter Verschlechterungen drohen. Das ist schlicht falsch.»