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Bayerischer Arbeitsmarkt legt Verschnaufpause ein

Nürnberg (dpa/lby) – Zum Beginn der kalten Jahreszeit hat der Arbeitsmarkt in Bayern eine Verschnaufpause eingelegt. «Saisonbedingt tut sich im November wenig», sagte ein Arbeitsmarktexperte im Arbeitsministerium in München. Er rechne mit einer leichten Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Auf die Erwerbslosenquote werde sich dies aber wenig auswirken. «Sie wird sich gegenüber dem Oktober kaum verändern», sagte der Fachmann. Im Vormonat war mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent ein Rekord-Tiefstand erreicht worden: «Das war die beste Quote, die wir jemals auf Basis der aktuellen Aufzeichnungen hatten.»

Grundsätzlich sei die Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt «weiter hervorragend». Mit dem Ende des Herbstaufschwungs gibt es traditionell kaum noch Bewegung auf dem Jobmarkt, bevor mit dem Winterbeginn die Zahl der Erwerbslosen jahreszeitlich bedingt steigt. Vor allen in Außenberufen wie auf dem Bau, in Gärtnereien und der Landwirtschaft stellen Firmen mit Blick auf den bevorstehenden Winter nur zögerlich neue Arbeitskräfte ein, bevor manche während der Wintermonate sogar vorübergehend Arbeitsplätze abbauen. Auch Gastronomie-Beschäftigte leiden mit dem Wegfall des Biergartengeschäfts häufig unter der Winterflaute.

Die offiziellen Zahlen für den November will die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag (30. November) bekanntgeben. In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Arbeitslosen im November im Schnitt um 580 gestiegen. Im Oktober waren im Freistaat 208 870 Männer und Frauen ohne Job.

Für das nächste Jahr seien die konjunkturellen Aussichten «sehr gut», sagte der Experte. Die Wirtschaft zeige sich bislang unbeirrt von sämtlichen Unsicherheitsfaktoren – etwa der schwierigen Regierungsbildung in Berlin oder möglichen Handelsbeschränkungen durch die USA. Was Weltkonjunktur und den europäischen Markt angehe, stünden die Zeichen weiter auf Wachstum.

Eine Daueraufgabe bleibe jedoch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Vor zwei Jahren habe sich die Staatsregierung zusammen mit der Regionaldirektion und der Wirtschaft das Ziel gesetzt, bis 2019 rund 60 000 Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Aktuell sei dies bei fast 48 000 Menschen gelungen. Damit sei das Ziel zu fast drei Vierteln erreicht. Als arbeitslos gemeldet waren im Oktober in Bayern rund 14 600 Flüchtlinge. Aber 46 600 Flüchtlinge galten als arbeitssuchend – sie machten also einen Sprach- oder Integrationskurs oder wurden anderweitig gefördert.