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Bayerischer Handel erwartet starkes Weihnachtsgeschäft

München (dpa/lby) – Bayerns Einzelhändler erwarten ein starkes Weihnachtsgeschäft. Wegen des «hervorragenden Arbeitsmarkts» rechne man im November und Dezember mit einem Umsatzplus von 3 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, sagte Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern (HBE), am Donnerstag in München. Im Internet dürften die Bayern im Weihnachtsgeschäft fast 1,8 Milliarden Euro ausgeben. «Der Geschenkekauf im Netz legt weiterhin mächtig zu», sagte Läuger.

Vor allem Männer kauften Weihnachtsgeschenke gerne auf den letzten Drücker, sagte HBE-Sprecher Bernd Ohlmann. Das dürfte dieses Jahr schwierig werden: Denn Heiligabend fällt auf einen Sonntag. «Alle Geschäfte bleiben dicht», sagte Ohlmann. Zwar könnten Lebensmittelhändler an diesem Sonntag drei Stunden lang öffnen. Ihm sei jedoch kein einziger Laden bekannt, der dies vorhabe. Nur an Bahnhöfen könne man bis 17 Uhr einkaufen. Eine Unternehmensumfrage des Handelsverbands habe ergeben, dass 86 Prozent der Händler ihre Läden an Sonntagen im Dezember am liebsten geschlossen lassen.

Durchschnittlich macht der stationäre Handel ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes im November und Dezember. Beim Internethandel sind es etwa 25 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt in Bayern gebe 497 Euro für Weihnachtsgeschenke aus – 31 Euro mehr als im Bundesdurchschnitt. Absoluter Renner seien Gutscheine und Geldgeschenke. Auch Kosmetik, Bücher, Uhren und Schmuck würden gerne verschenkt.

Nicht alle profitieren gleichermaßen vom guten Weihnachtsgeschäft. Während vor allem große Betriebe optimistisch sind, blicken viele kleine Händler zurückhaltender auf die Adventszeit. Denn das Online-Geschäft werde zu einer immer größeren Konkurrenz. «Der Geschenkekauf im Netz legt weiterhin mächtig zu», sagte Läuger. «Wir wollen den Verbraucher da abholen, wo er uns sucht.» Deswegen habe man sich auf einen starken Internethandel eingestellt.