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Bayern holt sich Unterhalt von säumigen Eltern zurück

München (dpa/lby) – Eltern, die keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, kosten Bayern im Jahr 52 Millionen Euro. Der Freistaat zahlte 2015 gut 80 Millionen Euro an Alleinerziehende, mehr als ein Drittel dieses Unterhaltsvorschusses holte er sich aber zurück. Mit 35 Prozent habe Bayern die höchste Rückholquote von Unterhaltsvorschuss, teilte das bayerische Sozialministerium mit. Bundesweit liegt die Quote bei 23 Prozent.

Dass nur gut ein Drittel der Vorschüsse wieder eingetrieben werden, habe neben bewusster Verweigerung weitere Gründe. Entweder verfügten Unterhaltspflichtige über kein eigenes Einkommen und seien selbst auf staatliche Leistungen angewiesen – oder der Vater des Kindes sei unbekannt.

Die Leistungen zugunsten Alleinerziehender sollen zum 1. Juli noch ausgebaut werden, hatten Bund, Länder und Kommunen im Januar beschlossen. Künftig soll der Staat für die Ansprüche von Kindern bis 18 Jahren einstehen statt bisher bis zum Alter von zwölf Jahren. Außerdem soll die bisherige Begrenzung des Vorschussbezugs auf eine Dauer von höchstens sechs Jahren entfallen.