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Narren trotzen der Kälte: Faschingszüge ziehen durch Städte

Würzburg/Nürnberg (dpa/lby) – Trotz Kälte und Nieselwetters sind am Sonntag in vielen Orten Bayerns Zehntausende Narren auf die Straßen geströmt, um die Faschingszüge zu bejubeln und die letzten tollen Tage der Saison zu feiern. Der mit etwa 3000 Aktiven größte Zug setzte sich um genau 11.55 Uhr in Würzburg in Bewegung und schlängelte sich durch die Innenstadt. Mit leichter Verspätung – um kurz nach 13 Uhr – startete auch der Faschingsumzug in Nürnberg. «Nur das Wetter ist etwas unpraktisch», sagte ein Polizeisprecher. Von leichtem Schnee- und Nieselregen lasse man sich die Laune aber nicht verderben. 80 000 Zuschauer standen entlang der Strecke, erwartet worden waren 100 000.

Auch in Würzburg herrschte nass-kaltes Nieselwetter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Rund 65 000 Zuschauer hüpften und schunkelten sich im Takt der Faschingsmusik warm. Nach Angaben der Polizei kamen deutlich weniger Narren als gewohnt – bei gutem Wetter hätten schon bis zu 90 000 Menschen auf Würzburgs Straßen gefeiert. «Die Stimmung ist trotzdem ausgelassen», hieß es.

Stundenlang wurden die mehr als 40 bunten Wagen, kostümierten Faschingsgruppen, tanzenden Garden und Spielmannskapellen in Würzburg von den Zuschauern am Straßenrand bejubelt. Der Zug verlief friedlich. Er stand im Zeichen der im April startenden Landesgartenschau und hatte das Motto «Würzburg blüht auf». Der Wagen des Prinzenpaares und einige andere erstrahlten in voller Blütenpracht – «es war ein kunterbuntes Spektakel», sagte Dieter Blendel, Sprecher der 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg. Der Jahreszeit geschuldet handelte es sich dabei allerdings nur um Kunstblumen. Insgesamt seien gut 150 Gruppen mit etwa 3000 Aktiven durch die Straßen gezogen. Der Würzburger Faschingszug ist weitgehend unpolitisch.

In Aschaffenburg startete der Tag des großen Faschingsumzugs mit Schneeregen, wie die Polizei mitteilte. Unter trübem Himmel versammelten sich etwas weniger Zuschauer als im Vorjahr. Doch als sich die 51 Gruppen um 14 Uhr in Bewegung setzten, konnten Zehntausende Narren – ebenso wie in Würzburg – trocken feiern.

Auch in Marktoberdorf im Allgäu wurde gefeiert: Claudia Bestler, Präsidentin des Fasnachtsumzugs, sprach von einem «rundum fröhlichen, bunten Umzug». Etwa 32 000 Zuschauer seien gekommen, etwas weniger als im vergangenen Jahr, als die Organisatoren rund 40 000 Besucher zählten. Bestler lobte die Kreativität und das Engagement der Narren: «Zum Teil haben die Leute um 5 Uhr morgens angefangen sich zu schminken», berichtete sie. Rund 1600 Menschen beteiligten sich ihren Angaben zufolge an dem Gaudiwurm mit 66 Zugnummern. 34 große Wagen und 15 Musikkapellen zogen durch Marktoberdorf. Ein Highlight unter den bunten Wagen: «der «Saloon der Toten» voller Skelette», befand Bestler.