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Bedford-Strohm: Über Grundorientierung nachdenken

München (dpa/lby) – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat am Buß- und Bettag zum Nachdenken über die grundlegende Ausrichtung in Deutschland aufgerufen. «Meine Hoffnung ist, dass sich eine Kultur des Zuhörens und der Nachdenklichkeit verbindet mit einer Selbstvergewisserung über die Grundorientierungen, die unser Land tragen und die gerade für uns Christen von zentraler Bedeutung sind: die Menschenwürde, der Schutz der Schwachen und die Verantwortung gegenüber der Natur», sagte der bayerische Landesbischof am Mittwoch in München. Der Buß- und Bettag sei für Christen ein Tag des Innehaltens, um über «Grund und Ziel» des Lebens nachzudenken.

Als bundesweiter gesetzlicher Feiertag wurde der Buß- und Bettag vor mehr als 20 Jahren abgeschafft. Trotzdem lud die evangelische Kirche die Gläubigen überall in Deutschland zu Gottesdiensten ein – mit Rücksicht auf Berufstätige meistens abends.

Dass an diesem Tag Schulen und Kindergärten in Bayern geschlossen haben, war für viele Eltern erneut ein Ärgernis. Berufstätige Eltern waren darauf angewiesen, dass Freunde, Familienangehörige oder Nachbarn ihre Kinder betreuten. Viele Betriebe und Behörden boten auch die Möglichkeit an, die Kinder mit zur Arbeit zu bringen.

Der Tag geht auf den Brauch zurück, in Notzeiten einen Buß-Gottesdienst abzuhalten, in dem Gott um Vergebung und Hilfe gebeten wird. Seit 1995 ist er nur noch in Sachsen gesetzlicher Feiertag.

In Bayern halten trotzdem noch einige wenige Gemeinden an der Tradition fest, am Buß- und Bettag die Gemeindeverwaltung und Läden geschlossen zu halten. Dazu gehören unter anderem die Marktgemeinde Weiltingen (Landkreis Ansbach) und der Ortsteil Veitsweiler. «An der Tradition wird festgehalten. Es ist eine gute Sache, dass nicht jeder Feiertag für irgendetwas geopfert wird», begründete der Weiltinger Bürgermeister Christoph Schmidt die Haltung der Gemeinde.