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BN fordert neues Konzept für Atommüll-Endlagerung

Landshut (dpa/lby) – Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) sieht die Sicherheit atomarer Zwischenlager gefährdet. Die Lager an den Standorten Landshut, Gundremmingen und Grafenrheinfeld seien gegen einen Flugzeugabsturz oder einen Terroranschlag nicht geschützt, sagte die Physikerin Oda Becker am Dienstag in Landshut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Sicherheit der Zwischenlager, die Becker im Auftrag des BN erstellt hat. Der BN fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen ein neues Konzept für die Endlagerung von Atommüll. Die laufenden Genehmigungen für die Zwischenlager müssten aufgemacht und neue Genehmigungsverfahren gestartet werden, um die Sicherheit zu prüfen, sagte BN-Klimaschutzreferent Herbert Barthel.

Dem Gesetz nach soll es bis 2050 ein Endlager für Atommüll in Deutschland geben, sagte Becker. Die Zwischenlager seien entsprechend darauf ausgerichtet, dass sie für 40 Jahre dicht bleiben – weil der Müll danach in ein Endlager kommen soll. «Damit rechnen Experten jedoch nicht.» Die Zwischenlager seien für 40 Jahre sicher, gebraucht würden sie vielleicht 100 Jahre. Auch gegen Angriffe von außen müssten die Zwischenlager geschützt werden. Einem Terroranschlag oder Flugzeugabsturz würden sie nicht standhalten. Die Bundesregierung erwecke den Eindruck, sie habe alles im Griff, das sei aber nicht so, kritisierte Becker.

Der radioaktive Atommüll werde weit über die genehmigte Zeit hinaus in den Zwischenlagern bleiben, sagte Edo Günther, Sprecher des Bundesarbeitskreises Atomenergie und Strahlenschutz des BN. Die ersten Genehmigungen liefen 2036 aus. «Die Fragen der Sicherheit müssen jetzt angegangen werden.» An der Erarbeitung eines neuen Konzeptes müsste die Öffentlichkeit beteiligt werden.