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Herrmann: CSU muss nicht nach rechts rücken

München (dpa/lby) – Der CSU droht aus der Sicht von Spitzenkandidat Joachim Herrmann nach der historischen Pleite bei der Bundestagswahl kein genereller Rechtsruck. «Wir müssen die rechte Flanke schließen, das heißt aber nicht, dass wir nach rechts rücken», sagte er am Montag vor der Sitzung des CSU-Vorstands in München. Die CSU müsse weiter eine Partei der Mitte bleiben. Bei der Wahl habe sie nicht nur Stimmen an die AfD verloren, «sondern genauso viele an die FDP». Mit Blick auf eine mögliche Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen äußerte sich Herrmann skeptisch. «Das wird nicht einfach werden, da wir mit den Grünen in den Fragen der Zuwanderung und inneren Sicherheit schon in der Vergangenheit oft gestritten haben.»

Ob er selbst auch ohne Bundestagsmandat nach Berlin gehe, ließ Herrmann weiter offen. «An mir liegt es nicht, das jetzt zu entscheiden, ob ich zu irgendetwas bereit wäre», sagte Herrmann. Seine persönliche Zukunft sei aktuell aber auch nicht die entscheidende Frage. Die CSU brauche nun insgesamt eine neue «Aufbruchstimmung», einen personellen Neuanfang brauche es seiner Meinung nach nicht. Vielmehr gehe es darum, die CSU für die Landtagswahl in Bayern im kommenden Jahr gut aufzustellen und einen starken Einfluss in Berlin gelten zu machen.