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Desertec-Wüstenstrom-Pionier Gerhard Knies gestorben

Hamburg (dpa) – Der Vordenker der Wüstenstrom-Initiative Desertec, der Physiker Gerhard Knies, ist tot. Der 80-Jährige starb vergangene Woche in Hamburg, wie seine Tochter dem Berliner «Tagesspiegel» (Dienstag) sagte. Knies‘ Vision war es, mit Wüstensonne die Energieprobleme der Zukunft zu lösen.

Zusammen mit der Münchener Rückversicherung, RWE, Siemens und anderen Unternehmen hatte die Desertec-Stiftung 2009 das Ziel verkündet, in Nordafrika für 400 Milliarden Euro Sonnen- und Windkraftwerke zu bauen und so von 2050 an rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs zu decken. Wegen der offenen Finanzierung, Terror und Bürgerkriegen in der Region sowie dem Ausbau der Wind- und Solarenergie in Deutschland verlief das Projekt dann aber im Sande.

Knies hatte gesagt, in sechs Stunden gehe auf die Wüsten mehr Sonnenenergie nieder, als die Menschheit in einem Jahr verbrauche. Der Desertec-Ausichtsratschef sei der Mentor und glaubwürdige Steuermann der Wüstenstrom-Idee gewesen, würdigte ihn der Münchener-Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek. Desertec-Stiftungsvorstand Andreas Huber sagte: «Wir werden das Zeitalter der Ölverbrenner verlassen. Knies hat diese Entwicklung maßgeblich mit angestoßen und Menschen weltweit inspiriert.» Der Innogy-Manager und langjährige Geschäftsführer der Desertec-Industrieinitiative Paul van Son sagte: «Vielen Dank, Gerhard. Du warst ein Großer!»