© Daniel Karmann

Dokuzentrum zeigt Ausstellung über NS-Architekt Speer

Nürnberg (dpa/lby) – Mit der Rolle von Albert Speer in der Nazizeit setzt sich demnächst eine Ausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände auseinander. Die vom 28. April bis zum 26. November gezeigte Sonderschau will mit der Legende aufräumen, Speer sei nur ein «unpolitischer Technokrat» gewesen, der von der Aura Hitlers verführt worden sei. Zugleich wolle sie den Umgang der Deutschen mit ihrer jüngsten Vergangenheit sichtbar machen, teilte die Stadt Nürnberg mit.

Speer hatte unter anderem das Reichsparteitagsgelände der NSDAP in Nürnberg und die Neue Reichskanzlei in Berlin entworfen. Von 1942 bis 1945 war er Hitlers Rüstungsminister. Als Angeklagter im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess war er zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. 1966 wurde er aus dem Militärgefängnis in Berlin-Spandau entlassen. Speer starb 1981 in London. Er hatte in Veröffentlichungen und Vorträgen immer wieder betont, von den Verbrechen der Nazis nichts gewusst zu haben.