Eine halbe Million Euro verzockt: Verfahren gegen Kronacher Exbänker mit langwieriger Beweisaufnahme

Seine Kunden waren vor allem ältere Menschen oder solche, die in Bankangelegenheiten unerfahren waren. Der Ex-Bänker, dem zur Zeit vor dem Coburger Landgericht wegen Betrugs und Untreue der Prozess gemacht wird, hat die Ahnungslosigkeit und das Vertrauen seiner Opfer ausgenutzt. Das ist das Ergebnis aus den Zeugenaussagen der geprellten Kunden vor Gericht.
Damit seine Selbstbedienung nicht auffällt, hatte der Bänker 161 Kontobewegungen ausgeführt. Die muss das Gericht jetzt im Einzelnen nachverfolgen.

Vor Gericht wurde gestern auch deutlich, dass die Kontrollorgane der betroffenen Bank im Kronacher Landkreis versagt haben. Fünf Jahre lang konnte der Privatkundenbetreuer schalten und walten wie er wollte. Bis einer Betreuerin eines dementen Opfers die Kontobewegungen aufgefallen sind und sie den Stein ins Rollen gebracht hat.

Motiv soll die Spekulationssucht des Angeklagten an der Börse gewesen sein. Vor Gericht war allerdings auch die Rede von einem gehobenen Lebensstil des Mannes und seiner angeblich ahnungslosen Familie. Dem 49-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe. Das Verfahren wird morgen fortgesetzt.