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FDP-Chef Lindner sieht Mittelschicht vernachlässigt

Abensberg (dpa/lby) – Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht im Wahlkampf die Mittelschicht vernachlässigt. Dies habe das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Vorabend gezeigt, sagte Lindner am Montag auf dem Gillamoos-Jahrmarkt im niederbayerischen Abensberg. «Es ging ganz viel um Flüchtlinge, und es ging um Manager. Um diese zwei Pole.» Es gebe dazwischen jedoch Millionen Menschen, die nicht bedürftig, aber auch nicht aus dem Gröbsten raus seien. «Diese Menschen haben sich gestern Abend doch gefragt: Wo war eigentlich ich?», kritisierte Lindner und erinnerte an den US-Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump: «Wir machen da einen Fehler, der in den USA schon gemacht worden ist.»

Lindner sprach sich gegen ein festes Renteneintrittsalter aus. Zur Diskussion zwischen Merkel und Schulz zur Rente mit 70 sagte er: «Das eigentlich Problematische war doch, dass sie überhaupt über ein festes, für alle einheitliches Rentenalter gesprochen haben.» Die Menschen seien alle unterschiedlich: «Der eine will und muss früher gehen, die andere will länger bleiben. Deswegen hören wir doch einmal damit auf, die Rente zu organisieren wie seit Bismarcks Zeiten.» Jeder solle individuell entscheiden können, wie er den Übergang in den Ruhestand anlege.