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Mumifizierte Leiche: Angeklagter zu Saufgelage

München (dpa/lby) – Nach dem Fund einer mumifizierten Leiche müssen sich zwei mutmaßliche Mörder und drei mögliche Mittäter seit Montag vor dem Landgericht München I verantworten. Die zwei Hauptangeklagten sollen eine Frau bei einer eskalierten Grillfeier umgebracht haben.

Vier der Angeklagten wollten sich zum Prozessauftakt nicht äußern. Der Fünfte berichtete hingegen, dass jede Menge Alkohol geflossen sei. Er habe dann im Streit um Essen und Trinken die Frau vom Stuhl getreten und sie geschlagen. Sie habe ihn zuvor beleidigt, versucht ihn anzuspucken und eine Flasche nach ihm geworfen.

Laut Anklage soll der damalige Lebensgefährte der Frau deren Kopf an den Haaren hochgezogen und ihn mehrfach mit der Hinterseite auf den Boden geschlagen haben. Zudem habe er das Opfer gewürgt. Ein anderer Angeklagter soll acht bis neun Mal mit einem Hammer auf Kopf und Hals der Frau geschlagen haben. Der 44 Jahre alte mutmaßliche Mittäter, der vor Gericht aussagte, berichtete, die beiden hätten ihn nach der Tat geweckt und ihn gebeten, nichts davon zu erzählen.

Hintergrund für die Tat im Sommer 2015 auf einem früheren Firmengelände, auf dem die meisten der Polen damals lebten, war aus Sicht der Staatsanwaltschaft, dass die Frau sich oft herrisch und streitsüchtig aufgeführt habe. Die Männer hätten künftig ungestört trinken und reden wollen. Tage nach der tödlichen Attacke ließen sie den Leichnam in einem Schacht verschwinden, wo die mumifizierte Leiche im September 2016 bei Erdarbeiten entdeckt wurde. Das Gericht plant zunächst sieben weitere Verhandlungstermine bis Ende März.