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Glück: «Tiefststand der politischen Debattenkultur» bei CSU

München (dpa/lby) – Im Machtkampf in der CSU hat der frühere CSU-Spitzenpolitiker und -Vordenker Alois Glück die scharfen Kritiker von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zur Ordnung gerufen. Die «auf die Person und die Integrität» Aigners zielenden Äußerungen von Kultusminister Ludwig Spaenle und dem Landtagsabgeordneten Florian Herrmann vom Wochenende «haben beleidigenden Charakter und markieren einen Tiefststand der politischen Debattenkultur in der CSU», kritisierte Glück am Sonntag in München.

Man könne mit jeweils guten Gründen für oder gegen eine von Aigner vorgeschlagene Urwahl des Landtags-Spitzenkandidaten und für oder gegen eine Nominierung von Markus Söder als Ministerpräsident sein. «Keine der Positionen rechtfertigt beleidigende Äußerungen über die Qualitäten beteiligter Akteure. Damit werden die Polarisierung und die Zerrissenheit in der Partei und in unserer Wählerschaft weiter vorangetrieben», kritisierte Glück und warnte: «Auf diesem Niveau hat die CSU nicht den Hauch einer Chance zur absoluten Mehrheit der Mandate bei der nächsten Landtagswahl.»

Aigner hatte im Gespräch mit Parteifreunden eine Urwahl und sich selbst als Bewerberin ins Spiel gebracht. Spaenle nannte dies «ein Lehrbeispiel für politisches Leichtmatrosentum». Florian Herrmann sagte dazu: «Das ist parteischädigend, weil nicht irgendwelche Möchtegerns Ministerpräsident werden können, sondern nur jemand, der das Zeug dazu hat.»