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Im Fall Tatjana Gsell keine Wiederaufnahme des Verfahrens

Nürnberg/Regensburg (dpa/lby) – Im juristisch hochkomplexen Fall des gewaltsamen Todes des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell zeichnet sich ein Schlussstrich ab: Am Mittwoch lehnte das Amtsgericht Fürth den Antrag von Gsells Witwe Tatjana ab, das Verfahren gegen sie neu aufzurollen. Sofern innerhalb einer Woche keine Beschwerde gegen diese Entscheidung eingeht, könne der Fall endgültig zu den Akten gelegt werden, sagte ein Justizsprecher. Ansonsten müsse das Landgericht darüber beraten.

Anfang 2003 hatten Räuber den damals 76 Jahre alten Promi-Arzt Franz Gsell in seiner Nürnberger Villa so schwer verletzt, dass er später starb. Zunächst hieß es, seine fast 45 Jahre jüngere Frau und deren Jugendfreund hätten Gsell Autoschieber auf den Hals gehetzt. Gsell und ihr Ex-Freund wurden 2004 wegen Versicherungsbetrugs und Vortäuschens einer Straftat zu Bewährungsstrafen verurteilt. Erst 2014 wurden die beiden Räuber als tatsächliche Täter verurteilt. In diesem Prozess widerrief Tatjana Gsell ihr damaliges Geständnis und beantragte später die Wiederaufnahme des Verfahrens. Der Ex-Freund und ehemalige Staatsanwalt hatte von Anfang an alle Vorwürfe bestritten. Sein Antrag auf Wiederaufnahme war bereits Ende August abgelehnt worden.