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In Berchtesgaden gehen die Buttnmandl um

Berchtesgaden (dpa/lby) – Sie tragen Masken, sind ganz in Stroh gehüllt und ziehen lärmend durch die Straßen: die Buttnmandl. Dutzende Burschen sollten am Mittwoch in dieser Verkleidung wieder Nikolaus und Krampus durchs Berchtesgadener Land begleiten. Das «Buttnmandllaufen» ist ein Brauch im Berchtesgadener Talkessel und findet am 5. und 6. Dezember statt. Die Mandl – bayerisch für Männlein – sind die unheiligen Begleiter des Nikolaus.

Durch das Buttn – Scheppern oder Rütteln – großer Glocken sollten die Strohmänner früher einmal böse Geister verschrecken. «Man hat versucht sie zu vertreiben, indem man sich selbst als einer verkleidet hat», sagte Hans Neumayer, gebürtiger Berchtesgadener und selbst ein ehemaliges Buttnmandl.

Ein Dutzend Strohmänner, mindestens ein Krampus und ein Nikolaus bilden zusammen eine «Bass», wie Neumayer erklärte. Im Berchtesgadener Land gebe es etwa 40 solcher Gruppen, schätzte der 63-Jährige. Ab Einbruch der Dunkelheit sollte man sie bei zahlreichen Hausbesuchen zu Gesicht bekommen.