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In Not oder organisiert? München kämpft gegen Bettelbanden

München (dpa/lby) – Teilweise aggressive Bettelbanden sorgen in München immer wieder für Probleme. Im vergangenen Jahr musste die Stadt rund um das Bahnhofsviertel mehr als 500 Platzverweise erteilen, wie das Kreisverwaltungsreferat in München mitteilte. 2015 war die Zahl etwa ebenso hoch. Bis September dieses Jahres waren es rund 340. Insgesamt seien zwischen 70 und 80 Bettler unterwegs. «Schwierig ist nachzuweisen, bei welchen es sich um organisierte Bettler handelt», sagte ein KVR-Sprecher. Denn «stilles» Betteln werde toleriert.

Brennpunkte sind in der Landeshauptstadt vor allem stark frequentierte Bereiche innerhalb des Altstadtrings. Mit jammervollen Botschaften auf Pappschildern sprechen dort hartnäckige Bettler Passanten an und verlangen Spenden. Meistens sieht man immer wieder dieselben Personen auf den Straßen, einige haben verstümmelte Gliedmaßen und wollen Mitleid erregen.

Um bandenmäßiges Betteln handelt es sich laut KVR und Polizei, wenn Bettler für Hintermänner arbeiten, die einen Großteil des Geldes für sich beanspruchen. Die bettelnden Frauen, Kinder und Männer würden häufig aus ost- und südosteuropäischen EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Ungarn stammen. Polizei und Stadt würden alles daran setzen, gegen organisiertes Betteln vorzugehen, das vor allem durch Androhung von Gewalt geprägt sei.

Im Kampf gegen Bettelbanden hatte die Stadt im August 2014 eine Allgemeinverfügung erlassen, die organisiertes und aggressives Betteln in den Brennpunkten verbietet. Schon zwei Monate nach Bekanntgabe der Verfügung sei ein deutlicher Rückgang der angezeigten Verstöße zu spüren gewesen, hieß es von der Stadt. Bis heute zeige die Maßnahme Wirkung.