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Kardinal Marx fordert Offenheit und Gerechtigkeit in Europa

München (dpa/lby) – Kardinal Reinhard Marx hat in seiner Osterbotschaft zu einer Bewegung hin zu mehr Gerechtigkeit und Versöhnung in Europa aufgerufen. Es gehe darum, die österliche Perspektive des neuen Lebens und des Aufbruchs, die zur christlichen Identität gehöre und damit auch Europa inspiriere, ernst zu nehmen, sagte der Erzbischof von München und Freising. Ein Europa, «das sich selbstzufrieden und satt einfach nur mit den Verhältnissen abfindet, mit dem, was ist, vergisst diese biblische Freiheitsgeschichte», mahnte Marx. Die Aussagen des Kardinals zum Ostersonntag wurden vorab in einer Mitteilung verbreitet.

In Europa sei man heute wieder auf der Suche nach Identität, sagte Marx demnach. Stärker als noch in vergangenen Jahren sei mittlerweile die Überzeugung vertreten, «dass wir unseren Kontinent Europa, unsere europäische Kultur ohne das Christentum nicht verstehen können». Entscheidend sei hierbei ein biblisch geprägter Begriff von Freiheit. Ein Denken, das nach vorne gehe und offen sei für die Begegnung und für neue Erfahrungen, gehöre zur Kultur der Freiheit.

Der Kardinal erinnert an das jüngste Zusammentreffen von Papst Franziskus mit den Regierungschefs der Europäischen Union. Er sehe darin ein Signal, sich neu auf den Weg zu machen, in der Gesellschaft wie auch der Kirche: «Es geht ja nicht darum, von anderen etwas zu fordern, sondern sich selber neu bewusst zu werden, welchen Auftrag, welche Sendung wir hier in diesem Land und in Europa haben.»