© Sven Hoppe

Kardinal Marx für mehr Laien in der Kirchenleitung

München/Freiburg (dpa) – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat sich für mehr Nicht-Priester in der Kirchenleitung ausgesprochen. Dies gelte nicht nur für die Verwaltung von Bistümern, sondern auch für den Vatikan, machte Marx in einem Interview der «Herder-Korrespondenz» (Januar) deutlich: «Es ist nicht so, als müssten wie in den vergangenen Jahrzehnten alle Kongregationen und Räte nur von Kardinälen geleitet werden. Dafür gibt es keine theologische Notwendigkeit.»

Marx ergänzte: «Es schädigt langfristig die Rolle der Priester, wenn wir einen falschen Klerikalismus befördern, wo die einen leiten und die anderen geleitet werden.»

Die Gefahr einer Kirchenspaltung angesichts des Widerstands gegen den Kurs von Papst Franziskus sehe er nicht, sagte der Münchner Erzbischof. «Man darf sich ruhig streiten; Diskussion ist doch auch ein Zeichen dafür, dass wir eine lebendige Gemeinschaft sind.» Die katholische Kirche könne mit einer produktiven Streitkultur Vorbild sein in einer Zeit, in der manche öffentlichen Debatten nicht zielführend seien. Marx gehört dem Kardinalsrat an, der den Papst berät und engen Kontakt zu ihm hat.