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Kurztrip nach Ljubljana: Seehofer besucht Präsident Pahor

München/Ljubljana (dpa/lby) – Knapp drei Wochen nach seiner Reise ins russische St. Petersburg steht für CSU-Chef Horst Seehofer die nächste Stippvisite ins Ausland an: Am Donnerstag will der bayerische Ministerpräsident die slowenische Hauptstadt Ljubljana besuchen. Auf dem Programm der eintägigen Reise stehen Gespräche mit Staatspräsident Borut Pahor, Außenminister Karl Erjavec und weiteren slowenischen Regierungsmitgliedern.

«Die vertiefte Zusammenarbeit beim Schutz der europäischen Außengrenzen wird ebenso Thema sein wie der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere bei der Digitalisierung und Wirtschaft 4.0», sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in München. «Große Herausforderungen wie Migration, neue Perspektiven für Europa oder den Ukrainekonflikt und die Beziehungen zu Russland können wir nur gemeinsam bewältigen.» Das Gespräch mit allen wichtigen Akteuren sei auf diesem Weg ein unverzichtbarer Schritt, Seehofer hatte über eine Lösung der Ukraine-Krise bereits mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gesprochen.

Es ist Seehofers erste Reise nach Slowenien, mit Pahor hatte er sich aber 2015 und 2017 in München zu politischen Gesprächen getroffen. Ziel sei eine weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Nachdem Seehofer in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres wegen der innenpolitischen Probleme mit der CDU auf Auslandsreisen verzichtet hatte, ist seine Reiselust inzwischen wieder sehr ausgeprägt: Alleine 2017 war er zweimal in Russland sowie in China und in der Ukraine.

Die Beziehungen zwischen Bayern und Slowenien seien traditionell sehr eng und reichten auf Regierungsebene bis in die 1970er Jahre zurück, betonte Seehofer. «1991 hat sich Bayern nachdrücklich für die Eigenstaatlichkeit Sloweniens stark gemacht. Heute sind wir Partner in einem vereinten Europa, Slowenien ist ein wichtiger Handelspartner Bayerns und die Zusammenarbeit in vielen Politikfeldern wie zum Beispiel der Europäischen Alpenstrategie EUSALP ist vorbildlich.»

Der Import und Export zwischen Bayern und Slowenien hatte in den vergangenen Jahren wieder deutlich zugenommen. 2016 betrug das Handelsvolumen knapp 1,9 Milliarden Euro – wobei Waren für knapp 1,1 Milliarden Euro eingeführt wurden. Wichtigste Importgüter sind elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge, Fahrräder, Maschinen sowie Eisen- und Metallwaren. Im Gegenzug exportierte der Freistaat chemische Erzeugnisse, Fahrzeuge, Fahrräder, Maschinen und Lebensmittel. In Bayern lebten 2016 rund 8500 Slowenen – davon knapp 2300 in München. Deutschlandweit waren es knapp 28 000 Slowenen.