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Lehre an privater und staatlicher Universität vereinbar

Ansbach (dpa/lby) – Eine Professur an einer medizinischen Privathochschule rechtfertigt nach einem Urteil des Ansbacher Verwaltungsgerichts nicht den Entzug der Lehrbefugnis an der staatlichen Universität Erlangen. Damit gab das Gericht am Donnerstag der Klage von fünf Chefärzten des Klinikums Nürnberg statt. Sie hatten gegen die Entscheidung der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) geklagt, ihnen wegen ihrer Professur an einer Salzburger Privatuni die Lehrbefugnis zu entziehen.

Nach dem Urteil der Kammer können durchaus mehrere Lehrbefugnisse nebeneinander bestehen. Die Erlanger Universität habe auch nicht nachweisen können, dass die Lehrtätigkeit der fünf Chefärzte an der FAU wegen ihrer «Doppelbelastung» leide, sagte der Vorsitzende Richter Dieter Rauch. Zudem hätten sich die lehrenden Ärzte in der Vergangenheit große Verdienste um die Erlanger Uni erworben.

Hintergrund des Rechtsstreits war eine 2014 begründete Kooperation der Stadt Nürnberg und ihres Städtischen Klinikums mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg. Die Chefärzte des Nürnberger Klinikums wurden dabei von der österreichischen Hochschule zu Universitätsprofessoren bestellt und unterrichten seitdem dort Studenten. Die Universität Erlangen war der Auffassung, dass beide Lehraufträge kollidierten, und widerrief die Lehrbefugnis der fünf Nürnberger Chefärzte.