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Medien: Herrmann will Ministerpräsident in Bayern werden

München (dpa) – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will nach Medienberichten in die Fußstapfen von Horst Seehofer treten und bayerischer Ministerpräsident werden. Wie die «Süddeutsche Zeitung» und der «Münchner Merkur» am Mittwochabend berichteten, hat Herrmann bereits am Montag bei einem Geheimtreffen in der Münchner Staatskanzlei angekündigt, sich um die CSU-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2018 zu bewerben. An dem Treffen soll neben Seehofer ein kleiner Kreis weiterer hochrangiger CSU-Politiker teilgenommen haben. Eine Bestätigung war am Mittwochabend zunächst nicht zu erhalten.

Sollte Herrmann tatsächlich die Spitzenkandidatur anstreben, zeichnet sich eine Kampfabstimmung zwischen Herrmann und Finanzminister Markus Söder ab. Söder hat seine Ambitionen noch nicht öffentlich erklärt, mit seinem Antreten wird in der CSU aber fest gerechnet.

Am kommenden Montag will die CSU-Landtagsfraktion noch vor einer Sitzung des Parteivorstands ihren Favoriten wählen – die Entscheidung hat aber keine bindende Wirkung für den Vorstand. In der Fraktion werden Söder deutlich mehr Anhänger und Unterstützer zugeordnet als Herrmann, der bereits CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl war. Die CSU fuhr dabei im September ein historisch schlechtes Wahlergebnis ein, seither steht Seehofer unter Druck.

Die finale Entscheidung zur Spitzenkandidatur steht am 15. und 16. Dezember auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg an. Dann soll auch der Vorstand turnusmäßig neu gewählt werden.

Offen ist, wie sich Seehofer verhält. Viele in der Partei gehen davon aus, dass er zunächst den Posten des Parteichefs behalten wird, ein Verzicht auf die Spitzenkandidatur gilt aber als wahrscheinlich.