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Gesundheitsministerium: Neuer Dienstsitz in Nürnberg

Nürnberg (dpa/lby) – Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Montag seinen neuen Dienstsitz in Nürnberg offiziell in Betrieb genommen. Bis zum Jahresende sollen dort – im spätbarocken Bau des früheren Gewerbemuseums – zunächst 30 Mitarbeiter ihren Aufgaben nachgehen. Für den Umzug der meisten Abteilungen des Ministeriums mit seinen heute 279 Arbeitsplätzen sind rund zehn Jahre veranschlagt. Ein kleiner Teil der Mitarbeiter solle wegen der Nähe zum Landtag dauerhaft in München bleiben. Den neuen Nürnberger Standort teilt sich das Ministerium unter anderem mit der örtlichen Volkshochschule.

Die Staatsregierung hat für die Aufbauphase des neuen Dienstsitzes in dem weitläufigen Gebäudekomplex zunächst 2100 Quadratmeter Bürofläche angemietet. Über die Anmietung weiterer Büroräume in dem Gebäude oder einem anderen Nürnberger Gebäudekomplex soll später entschieden werden, berichte ein Ministeriumssprecherin ergänzend.

Die Eröffnung des neuen Dienstsitzes ist Teil der «Heimatstrategie» der Regierung von Horst Seehofer und seines aus Nürnberg stammenden Finanz- und Heimatministers Markus Söder (beide CSU). Beide hatten wegen Beratungen nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen in Berlin nicht an der Eröffnung des Ministeriums-Standortes teilnehmen können. Mit der Verlagerung von Behörden in strukturschwächere Teile des Freistaats will die Staatsregierung dort für zusätzliche wirtschaftliche Impulse sorgen.

Dass die Staatsregierung mit den Verlagerungsplänen nicht immer auf die ungeteilte Zustimmung der betroffenen Behördenmitarbeiter stößt, machte am Rande eines Empfangs der stellvertretende Personalratsvorsitzende im Gesundheitsministerium, Ron Herold, deutlich. Die Stimmung sei inzwischen zwar besser als direkt nach dem Kabinettsbeschluss im vergangenen Jahr. «So gut wie vor dem Beschluss ist die Stimmung aber nicht», betonte der Arbeitnehmervertreter.

Huml räumte (CSU) ein, dass ihr Haus in den vergangenen Monaten viele Mitarbeiter verloren habe, die sich an andere, in München verbleibende Ministerien beworben hätten. Es werde nicht so einfach sein, während der zehnjährigen Verlagerungsphase in der bisherigen Qualität arbeitsfähig zu bleiben. «Das ist eine gewisse Herausforderung», sagte sie. Viele Mitarbeiter hätten sich aber inzwischen mit der sukzessiven Verlagerung des Ministeriums arrangiert.

Mehr als die Hälfte der von der bayerischen Staatsregierung geplanten Verlagerungen von Landesbehörden in den ländlichen Raum sind bereits abgeschlossen. Dies geht aus einer Zwischenbilanz hervor, die Söder im Oktober bei einer Landtagsanhörung in München vorgelegt hatte. Danach hätten in den letzten zweieinhalb Jahren 35 Behörden und staatliche Einrichtungen mit 409 Beschäftigten und 170 Studierenden an den neuen Orten zu arbeiten begonnen. Damit sei die Verlagerung in allen Regierungsbezirken «voll auf Kurs». Die Landtagsopposition hatte das Konzept der «Regionalisierung von Verwaltung» wiederholt kritisiert.