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Nordkorea feiert sich als «unbesiegbare Atommacht»

Pjöngjang/Washington (dpa) – Der weltweiten Verurteilung seiner jüngsten Raketen- und Atomversuche zum Trotz hat sich Nordkorea zum 69. Staatsgründungstag als «unbesiegbare Atommacht» gefeiert.

Zugleich drohte das diplomatisch isolierte Land indirekt mit weiteren Waffentests. Die USA hatten zuvor für Montag eine Abstimmung des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen über weitere Sanktionen gegen Nordkorea beantragt.    

Die offizielle nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun» rief dazu auf, das Raketen- und Atomprogramm des Landes auszubauen, um Nordkorea gegen die USA zu schützen. Das Land müsse mehr «wundersame Ereignisse» wie den zweiten Test einer Interkontinentalrakete am 28. Juli schaffen, hieß es.   

Entgegen Befürchtungen der südkoreanischen Regierung, das Nachbarland könne den Feiertag zum Anlass nehmen, militärische Stärke zu zeigen und weitere potenzielle Atomraketen zu testen, blieb es zunächst ruhig. Nach Angaben von Militärs seien keine Anzeichen für Startvorbereitungen entdeckt worden, berichteten südkoreanische Sender.  

Die «Rodong Sinmun» warf den USA eine feindselige Politik vor. Washington würde über eine Invasion und Enthauptungsschläge gegen Pjöngjang sprechen. Solange sie an dieser Politik festhielten, würden die USA «weiter große und kleine Geschenkpakete von uns erhalten». Nordkorea hatte die Tests von Interkontinentalraketen im Juli und den Atomtest am vergangenen Sonntag als Geschenke bezeichnet.

Die Tests sind klare Verstöße gegen UN-Resolution. US-Botschafterin Nikki Haley hatte sich in den vergangenen Tagen für weitere Sanktionen gegen Pjöngjang als Reaktion auf den Atomwaffentest Nordkoreas stark gemacht. Es war der sechste und bisher größte Atomtest des Landes seit 2006. Nach Angaben des Geologischen Dienstes der USA wurde dadurch ein Beben der Stärke 6,3 ausgelöst. 

Nordkorea sprach von einer Wasserstoffbombe, die dabei gezündet worden sei. Das Land sei in der Lage, solche Bomben auf Langstreckenraketen zu montieren, die die USA erreichen können. Wasserstoffbomben oder H-Bomben sind um ein Vielfaches stärker als herkömmliche Atombomben. Ob es sich bei dem Versuch tatsächlich um eine H-Bombe handelte, konnte bisher nicht unabhängig bestätigt werden. 

US-Präsident Donald Trump hatte unter anderem ein Erdöl-Embargo sowie ein Einfrieren aller ausländischen Vermögenswerte des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ins Gespräch gebracht. Im Resolutionsentwurf ist auch ein Embargo von Textilexporten aus Nordkorea enthalten. Die beiden Vetomächte China und Russland haben dem Entwurf bisher noch nicht zugestimmt.