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NS-Dokumentationszentrum: Rechtsextremismus 1945 bis heute

München (dpa(lby) – «Nie wieder. Schon wieder. Immer noch» – unter diesem Titel zeigt das Münchner NS-Dokumentationszentrum die Entwicklung des Rechtsextremismus von 1945 bis heute. Die Sonderausstellung benennt Akteure und zeigt Weltanschauungen sowie Strategien der extremen Rechten auf. «Wir sind der tiefsten Überzeugung, dass man aus der Geschichte lernen kann, soll und muss», sagte Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des Doku-Zentrums, am Dienstag zur Eröffnung.

Es gebe eine «enorme Zahl» von rechtsextremen Vorfällen, «die man im Normalfall gar nicht mitbekommt». Allein im Jahr 2016 seien in Deutschland rund 3500 Übergriffe registriert worden, im Schnitt zehn pro Tag. Wer dagegen vorgehen wolle, müsse «wissen, um was es geht.»

Die Ausstellung beginnt mit der Bildung rechter Gruppierungen nach dem Krieg, etwa des damals im Bayerischen Landtag vertretenen «Deutschen Blocks». Sie dokumentiert die Gründung von DVU und NPD, die Ermordung von Rudi Dutschke 1968, den Rechtsterrorismus Anfang der 1980er Jahre mit dem Oktoberfestattentat, die rechtsextremen Morde des «Nationalsozialistischen Untergrunds» sowie andere tödliche Anschläge gegen Ausländer und Juden.

Letzte Stationen sind der Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum, der Prozess gegen die «Gruppe Freital» vor dem Oberlandesgericht in Dresden, der Einzug der AfD in den Bundestag – und aktuelle Meldungen auf Monitoren, die zeigen: Jeden Tag finden Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus in Deutschland statt. «Nie wieder» sei der Schwur der befreiten Häftlinge von Buchenwald gewesen, sagte Nerdinger. «Heute müssen wir leider sagen: Immer noch.»