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Papst-Autor kritisiert fehlende Würdigung Benedikts XVI.

Rom/München (dpa) – Zum anstehenden 90. Geburtstag des emeritierten Papstes Benedikt hat dessen Biograf eine fehlende Würdigung des Deutschen in seiner Heimat kritisiert. «Ich finde es skandalös, wie einer der größten Söhne dieses Landes, von Teilen dieses Landes, auch von Teilen des kirchlichen Establishments, behandelt wird», sagte der Autor Peter Seewald der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe den Eindruck: aus den Augen, aus dem Sinn.» Der Deutschen Bischofskonferenz sei es offenbar «nicht wert, dass man zum 90. Geburtstag diesen großen Europäer und großen deutschen Patrioten entsprechend würdigt».

Die Deutsche Bischofskonferenz wies die Kritik entschieden zurück. «Die deutschen Bischöfe werden in angemessener Weise gratulieren und präsent sein», sagte Sprecher Matthias Kopp.

Benedikt XVI. wird am Ostersonntag (16. April) 90 Jahre alt. Sein Geburtstag soll im Vatikan im kleineren Kreis gefeiert werden, da der ehemalige Pontifex körperlich schwach ist und längere öffentliche Auftritte beschwerlich wären. Der gebürtige Bayer war im Februar 2013 nach knapp acht Jahren im Amt zurückgetreten.

Am Dienstag nach Ostern ist ein Treffen Benedikts mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, geplant. Der Münchner Erzbischof reist in der Osterwoche mit rund 20 Dekanen seines Erzbistums auf einer Pilger- und Bildungsfahrt nach Rom. Bei der Gelegenheit will er Benedikt seine Glückwünsche zum Geburtstag persönlich übermitteln. Ein Sprecher des Erzbistums wies Seewalds Vorwurf als «merkwürdige Einzelmeinung» zurück.