Phantom von Freienfels: Anklage gegen Eltern des weggesperrten 44-Jährigen erhoben

30 Jahre lang kein Kontakt zur Außenwelt – und das mitten in Oberfranken. Der Fall des „Phantoms von Freienfels“ könnte vor Gericht kommen. Jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth Anklage gegen die Eltern erhoben. Das hat der leitende Oberstaatsanwalt in Bayreuth, Herbert Potzel bestätigt. Im November schon hat die Staatsanwaltschaft begründet, die Eltern hätten ihren heute 44-jährigen Sohn der Freiheit beraubt, sie sieht auch den Vorwurf der Körperverletzung durch Unterlassung gegeben.

Ein Kletterer hatte im Herbst 2016 in Freienfels in der Fränkischen Schweiz vom Phantom gehört – offenbar ein offenes Geheimnis im Ort. Ein 44-Jähriger Mann, der von seinen Eltern aus falsch verstandener Schutzabsicht seit seinem 13. Lebensjahr von der Außenwelt abgeschottet worden war. Er durfte sich frei im Haus bewegen, aber nicht raus. Der Grund soll gewesen sein, dass er in der Schule gehänselt worden war.

Die Polizei hatte den verschüchterten und verstörten erwachsenen Mann aus dem Haus geholt – er lebt inzwischen im Bezirkskrankenhaus.