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Platz vor NS-Dokuzentrum erinnert an Max Mannheimer

München (dpa/lby) – Zur Erinnerung an den Holocaust-Zeitzeugen Max Mannheimer trägt seit Dienstag der Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum in München seinen Namen. Mannheimer wäre am 6. Februar 98 Jahre alt geworden. Er hatte sich mit großer Energie für die Realisierung des Doku-Zentrums eingesetzt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der am Dienstag bei dem Festakt zur Benennung des Platzes sprach, hatte den Vorschlag gemacht. Mannheimer sei ein unermüdlicher Mahner gewesen, der gerade junge Menschen mit seinen Erinnerungen und seiner versöhnlichen und immer auch humorvollen Art angesprochen habe, begründete Reiter seinen Vorschlag an den Ältestenrat der Stadt vor einem Jahr.

Mannheimer hatte im Holocaust fast seine gesamte Familie verloren und war bis zu seiner Befreiung rund zwei Jahre in Konzentrationslagern gefangen. Seine Eltern, seine Frau und drei seiner Geschwister wurden in Auschwitz ermordet. Er und sein Bruder Edgar überlebten den Holocaust schwer krank. Nach dem Krieg zog Max Mannheimer nach München.

Seit den 1980er Jahren engagierte er sich für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und zeigte dabei auch seine eintätowierte Häftlingsnummer 99728 am linken Unterarm. Der Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus wurde ihm zur Lebensaufgabe. Er starb im September 2016 im Alter von 96 Jahren. Ein Platz oder eine Straße kann in München erst ein Jahr nach dem Tod einer Person nach dieser benannt werden.