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Rattengiftanschlag: Angeklagter beschuldigt Schwester

Ingolstadt (dpa/lby) – Ein wegen dreifachen versuchten Mordes mit Rattengift angeklagter Mann hat vor dem Landgericht Ingolstadt alle Vorwürfe bestritten. In einer Erklärung, die die Verteidigerin des Mannes zu Beginn des Prozesses am Donnerstag verlas, wurde hingegen die Schwester des 53-Jährigen als mögliche Täterin genannt. Die Kripo habe aber nur den Landwirt aus Wettstetten (Landkreis Eichstätt) im Visier gehabt. Der Deutsche bestätigte, dass die von seiner Rechtsanwältin verlesene Erklärung von ihm stamme, weitere Angaben machte er aber vor der Strafkammer zunächst nicht.

Er bestätigte aber, dass er sich Rattengift in China bestellt habe. Dieses habe er aber in den Müll geworfen. Seine Schwester hätte es nehmen können. Laut Anklage soll der Bauer auf das Erbe ausgewesen sein und zuvor auch schon seiner damaligen Freundin Gift in Essen und Trinken gemischt haben. Alle drei Opfer erlitten schwere Vergiftungen und mussten teils wochenlang in Kliniken behandelt werden. Letztlich konnten die Ärzte die heute 52 Jahre alte Lebensgefährtin sowie die 77 Jahre alte Mutter und den 80 Jahre alten Vater retten.

Das Gericht hat zehn Verhandlungstage für den aufwendigen Indizienprozess eingeplant. Es sollen mehr als 30 Zeugen und vier Sachverständige gehört werden. Das Urteil ist für den 2. März geplant.