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Rund 19 000 Jugendliche suchen Ausbildungsplatz in Bayern

München (dpa/lby) – Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Bayern sind noch rund 19 000 junge Menschen auf der Suche nach einer geeigneten Lehrstelle. Seitens der Unternehmen gibt es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums aber auch noch mehr als 34 000 freie Stellen. «Das Angebot an Ausbildungsstellen ist vielfältig und groß», sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Allein zwischen Oktober 2016 und 2017 habe die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bei den bayerischen Agenturen und Jobcenter bei 99 618 gelegen.

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) erwartet, dass im Freistaat heuer erneut Tausende Lehrstellen in den Unternehmen frei bleiben. Insgesamt treten laut Zwischenbilanz der BIHK diese Woche 47 184 Jugendliche eine Ausbildung an. Das sei ein Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Top 5 der Ausbildungsberufe seien Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Industriekaufleute, Industriemechaniker und Verkäufer.

«Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber sind aber Mangelware», sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Er führte den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Seit 2005 ist die Zahl der Absolventen der Mittelschulen in Bayern um 36 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 48 Prozent.

Nach der Ansicht von Aigner braucht es für die Zukunft noch mehr Anstrengungen als Imagekampagnen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen: «Wir müssen gezielt auf Studienabbrecher zugehen, die Bedingungen für Frauen verbessern sowie auch ältere Arbeitnehmer weiter qualifizieren und im Job halten.»

Bezüglich der Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungsmarkt lobte Aigner das Engagement der Wirtschaft: «Nachweislich nirgendwo in Deutschland gelingt die Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt besser.»