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Sanierung des Gärtnerplatztheaters wird deutlich teurer

München (dpa/lby) – Die Grundsanierung des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München wird deutlich teurer als geplant. Eine Vorlage für den Finanzausschuss im Bayerischen Landtag geht von Mehrkosten in Höhe von fast 25 Millionen Euro aus. Die Gesamtkosten beliefen sich damit auf 121,6 Millionen Euro, meldete die «Süddeutsche Zeitung» am Dienstag. 2010 war man noch von 70,7 Millionen Euro ausgegangen, insgesamt drei Mal wurde nach oben korrigiert. Auch die Bauzeit verlängerte sich. Statt im November 2015 soll das Theater nun erst im kommenden Herbst eröffnet werden, nach gut fünf Jahren Sanierung.

Die Mehrkosten seien im Wesentlichen auf Baupreissteigerungen sowie zusätzliche und unvorhergesehene Bauleistungen und Kosten aufgrund der verlängerten Bauzeit zurückzuführen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, dem die Oberste Baubehörde zugeordnet ist. Vieles sei vorher auch nicht absehbar gewesen wie Schwierigkeiten im Baugrund oder versteckte Schäden an der Substanz des Hauses. Einige dieser kostensteigernden Aspekte hätten sich erst im weiteren Projektverlauf gezeigt.

Der Haushaltssprecher der Landtags-SPD, Harald Güller, kritisierte den Umgang mit staatlichen Geldern in Bayern. Kostenexplosionen wie diese seien kein Einzelfall. Er nahm vor allem Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in die Pflicht. «Ich erwarte aus dem Hause Herrmann künftig solide Bauvorlagen», sagte Güller. Man könne nicht den Landtag mit niedrig angesetzten Kosten für Bauvorhaben ködern und hoffen, dass diese dann auch bei Kostensteigerungen durchgezogen würden.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, schlugen mit rund 15,5 Millionen Euro Bauleistungen zu Buche, die vorab nicht eingeplant worden waren. So musste etwa der Kronleuchter im Zuschauerraum aus Gründen der Arbeitssicherheit nachgebessert werden. Zu niedrig angesetzt waren anfangs auch die Kosten für den neuen Orchesterprobensaal auf dem Dach des Theaters. Auch die Bühnentechnik und -Maschinerie wurde deutlich teurer, weil sich laut Bericht gegen Ende der Bauarbeiten herausstellte, dass vieles erneuert werden musste. Weil sich die Bauarbeiten in die Länge zogen, kam es zu Mehrkosten von rund 4,2 Millionen Euro, davon 2,5 Millionen Euro für Ausweichspielstätten.