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Sieber-Wurst-Pleite: Insolvenzverwalter verklagt Freistaat

München (dpa/lby) – Nach der Pleite der oberbayerischen Großmetzgerei Sieber verklagt der Insolvenzverwalter Josef Hingerl den Freistaat Bayern auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Wegen eines aus seiner Sicht unrechtmäßigen Produktionsverbotes fordert er eine Zahlung von mehr als zwölf Millionen Euro. Das Landgericht München I bestätigte am Freitag den Eingang der Klage. Die «Lebensmittel Zeitung» (Freitag) hatte zuerst darüber berichtet.

Das Gericht müsse nun zunächst über die beantragte Prozesskostenhilfe entscheiden, sagte ein Sprecher. Denn für den Prozess sind Prozesskosten im sechsstelligen Bereich zu erbringen, die nach früheren Aussagen von Hingerl aus der Insolvenzmasse nicht zu leisten sind.

Im März 2016 hatten behördliche Kontrolleure in der Metzgerei in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) extrem überhöhte Listerienwerte gefunden. Wochen später musste der Betrieb auf Anordnung des Freistaates Bayern schließen. Der Skandal wird in Verbindung mit mehreren Todesfällen nach dem Verzehr von listerienverseuchten Produkten gebracht. Das Firmengelände war im vergangenen Jahr veräußert worden, nachdem kein Investor für die Fortführung der Großmetzgerei gefunden werden konnte.