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Siemens-Chef Kaeser: Weltweite Standards für IT-Sicherheit

München (dpa) – Siemens-Chef Joe Kaeser und der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, haben einheitliche Standards für Internet-Sicherheit gefordert. Kaeser sagte auf einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz am Dienstagabend, «Bits und Bites überschreiten alle Grenzen» nationaler Rechtsordnungen. Datenschutz und Cyber Security müssten in die Regeln der Welthandelsorganisation WTO eingehen: «Wir brauche eine WTO für Cyber Security.»

Schönbohm sagte, der Verkauf von Smartphones ohne schützbares Betriebssystem sollte verboten und Software mit einem Ablaufdatum versehen werden. «Informationssicherheit ist die Voraussetzung der Digitalisierung. Sonst setzt sich keiner in ein selbstfahrendes Auto.» Bei Reisepässen sei das Sicherheitsniveau hoch, bei Windparks aber habe es teilweise «null Sicherheit» gegeben. Er erinnerte an Angriffe auf Krankenhäuser oder auf 900 000 Telekom-Router, die Telefone und Fernsehübertragungen blockiert hatten. Wirtschaft, gesellschaftliches Leben und Staat seien bald völlig vom vernetzten Datenaustausch abhängig. Schon heute seien hunderte Millionen Schadprogramme unterwegs.

Sicherheitskonferenz-Leiter Wolfgang Ischinger sagte, Hacker könnten heute «Schäden in ungeahnten Dimensionen anrichten». Es sei sogar denkbar, dass Atomwaffen manipuliert würden und auf einen vermeintlichen Angriff mit einem automatischen Gegenschlag reagierten.