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SPD erinnert zum 25. Todestag an Willy Brandt

Berlin (dpa) – 25 Jahre nach dem Tod von Willy Brandt haben Spitzenpolitiker der SPD am Sonntag mit einer Gedenkveranstaltung an den ehemaligen Bundeskanzler und Parteivorsitzenden erinnert.

Neben Parteichef Martin Schulz, dem früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und dem ehemaligen spanischen Ministerpräsident Felipe González nahm auch Brandts Sohn Peter an der Veranstaltung in der nach Brandt benannten SPD-Zentrale in Berlin-Kreuzberg teil.

«Wie sehr uns Willy Brandt fehlt, war nie so spürbar wie heute», sagte Thierse, der auch Kuratoriumsvorsitzender der Brandt-Stiftung ist, in seiner Rede. Nur wenige Sozialdemokraten hätten den Internationalismus so glaubhaft verkörpert wie Brandt. Er habe seine Positionen zwar immer wieder kritisch überprüft, seine Grundsätze seien aber immer unerschütterlich gewesen.

Auf der gemeinsamen Veranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und des SPD-Bundesvorstandes sprach anschließend der frühere spanische Regierungschef González. Brandt hatte ihn im Kampf gegen die Franco-Diktatur unterstützt und ihn nach Angaben von González auch in dessen Zeit als Ministerpräsident beraten.

Brandt sei immer dort gewesen, wo es wichtig war, Engagement für die internationale Solidarität zu zeigen. «Wir brauchen Willys Ideen auch heute», sagte der 75-Jährige. Europa leide wieder an einem «Virus der Zerstörung», dem Nationalismus.

Auch der heutige Parteichef Martin Schulz stellte Brandts Verdienste um Europa in den Mittelpunkt seiner Rede. Brandts Engagement für den Internationalismus und sein Bekenntnis zu Europa suche bis heute seinesgleichen, sagte der langjährige Präsident des Europaparlaments.

«Ein guter Deutscher kann kein Nationalist sein», zitierte Schulz aus der Rede, die Brandt hielt, als er den Friedensnobelpreis entgegen nahm. «Ein guter Deutscher weiß, dass er sich einer europäischen Bestimmung nicht versagen kann». Diese Rede Brandts habe Schulz sich zum Leitsatz seines politischen Lebens gemacht.

Brandt hatte sich zunächst als Regierender Bürgermeister Westberlins, später als Außenminister und schließlich als Bundeskanzler nach der Formel «Wandel durch Annäherung» für eine Politik der Entspannung im Kalten Krieg eingesetzt. Für seine Ostpolitik bekam er 1971 den Friedensnobelpreis.