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Studie: Uniklinikum Augsburg schafft 6500 neue Jobs

Augsburg (dpa/lby) – Das künftige Augsburger Universitätsklinikum könnte nach einer Studie dauerhaft mehr als 6500 neue Jobs in der Region schaffen. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch vorgestellten Untersuchung zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Uniklinik in der Stadt Augsburg und den beiden angrenzenden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg. Die Gutachter gehen davon aus, dass die Wertschöpfung in diesem Gebiet um fast 400 Millionen Euro steigen könnte.

Unabhängig von solchen langfristigen Effekten werden bis zum Jahr 2023 deutliche Impulse durch die Bauarbeiten für den Medizincampus erwartet. Außerdem könnten Arbeitsplätze durch Ansiedlung weiterer Unternehmen in der Nähe der neuen Medizinfakultät entstehen.

Im kommenden Jahr will der Freistaat das kommunale Augsburger Klinikum in eine Uniklinik umwandeln und in der schwäbischen Stadt mit der Medizinerausbildung beginnen. Die Studie wurde deswegen im Auftrag der schwäbischen Wirtschaftskammern und der Kommunen von zwei Hamburger Unternehmen erstellt.

Nach Berechnung der Experten sind derzeit etwa 20 000 Menschen im Wirtschaftsraum Augsburg im Gesundheitssektor tätig. Um das zusätzlich nötige Personal zu gewinnen, empfehlen die Gutachter, gezielt die von Augsburg nach München pendelnden Berufstätigen anzusprechen. Im Moment gebe es rund 19 000 solcher Pendler. Zusätzlich sei aber auch eine Zuwanderung aus anderen Regionen Deutschlands und aus dem Ausland nötig, um das Großprojekt Augsburger Unimedizin zu stemmen.

Um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, muss nach Ansicht der Gutachter etwas gegen die zunehmende Wohnungsnot in der Region getan werden. Trotz reger Bautätigkeit komme es zu erheblichen Preissteigerungen. «Derzeit liegen in allen Segmenten des Wohnungsmarkts Engpässe vor», heißt es in der Studie. Auch eine Ausweitung der Daseinsvorsorge, insbesondere im Bereich von Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen, wird gefordert.

Die Gutachter empfehlen die Erstellung eines Masterplans zu der Universitätsklinik für die nächste Dekade. Damit sollten sich die einzelnen Akteure, wie die Uni und die Stadt Augsburg sowie die umliegenden Kommunen, über ihre Maßnahmen abstimmen. Zunächst soll ab dem Wintersemester 2018/19 der neue Studiengang Medizininformatik in Augsburg starten, ein Jahr später sollen dann die ersten Studenten mit einem klassischen Medizinstudium beginnen.