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Transortverband verklagt Lkw-Bauer

München (dpa) – Der Transportverband Camion Pro hat beim Landgericht München Klage wegen Kartellabsprachen gegen die Lkw-Hersteller MAN, Daimler, Volvo/Renault, DAF, Iveco und Scania eingereicht. 45 Mitgliedsunternehmen hätten ihre Schadenersatzforderungen an den Verband abgetreten, sagte Vorstand Andreas Mossyrsch am Freitag in München. Er erwarte ein mehrjähriges Verfahren über zwei Instanzen, wäre aber für eine außergerichtliche Einigung offen.

Bei den Landgerichten München und Stuttgart sind bereits ähnliche Klagen gegen die am Lkw-Kartell beteiligten Hersteller anhängig. Die EU-Kommission hatte 2016 Kartellstrafen über insgesamt knapp drei Milliarden Euro gegen Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault verhängt, MAN musste als Kronzeuge nichts zahlen. Später bekam Scania noch eine Strafe von rund 900 Millionen Euro aufgebrummt. Separat hierzu geht es nun vor deutschen Gerichten um Schadenersatzansprüche von Lastwagen-Käufern.

Mit der Klage will Camion Pro zunächst gerichtlich feststellen lassen, dass das Lkw-Kartell die Transportfirmen geschädigt habe. Ein Prozess könnte im Herbst starten, ein Urteil noch 2018 folgen, sagte der Verbandsvorsitzende. Im zweiten Schritt würde dann die Schadenshöhe geklärt. Er dürfte bei 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises liegen, sagte Mossyrsch.