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Trinkwasser-Folie für Nürnberger Delfinlagune

Nürnberg (dpa/lby) – Mit einem Pilotprojekt hofft die Stadt Nürnberg die Probleme in der Delfinlagune ihres Tiergartens in den Griff zu bekommen: Die acht Betonbecken sollen eine spezielle Kunststoffhaut bekommen. Damit soll verhindert werden, dass noch einmal Salzwasser durch Fugen ins Erdreich gelangen kann. «Wir wollen eine Folie verwenden, die normalerweise zur Auskleidung von großen Trinkwasserspeichern zum Einsatz kommt – in einem Delfinarium mit Salzwasser und den Ausscheidungen der Tiere wurde die Folie aber noch nie eingesetzt», sagte der Nürnberger Baureferent Daniel Ulrich der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz nach Eröffnung der Lagune im Sommer 2011 war Salzwasser durch eine Fuge am oberen Rand des Betonbeckens ausgetreten und hatte ein Wäldchen neben der Lagune beschädigt. Anfang des Jahres war wegen eines defekten Ventils salziges Wasser über einen Überlaufbehälter ins Schotterbett einer Containergrube gelangt.

Voraussichtlich im Herbst soll die Folie testweise in einem kleinen Bereich der Lagune eingebaut werden. Danach werde über mehrere Monate hinweg untersucht, ob die Plane dem Salzwasser standhält. Gleichzeitig soll die Folie in einem Labor einem künstlichen Alterungsprozess unterzogen werden, um einen Langzeiteinsatz zu simulieren.

Ihm sei keine Delfinlagune bekannt, die ohne Probleme gestartet sei, sagte Ulrich. «Alle haben da ihr Lehrgeld bezahlt. Auch wir haben Fehler gemacht». Der städtische Tiergarten ist aus seiner Sicht aber mit einem blauen Auge davon gekommen: In anderen Anlagen seien Delfine gestorben, in Nürnberg nicht. Tierschützer kritisieren die Delfinhaltung in Zoos seit Jahren. In Deutschland gibt es nach etlichen Schließungen neben der Nürnberger Anlage noch ein weiteres Delfinarium in Duisburg. In Frankreich wurde jüngst die Nachzucht von Delfinen in Gefangenschaft verboten.

Verläuft die Erprobung der Folie erfolgreich, soll die gesamte Lagune in Nürnberg von Herbst 2018 an damit saniert werden. Die Delfine müssten dann vorübergehend in ein Becken im alten, stillgelegten Delfinarium umziehen. Als Notlösung hat die Stadt derzeit den Wasserspiegel um 15 Zentimeter abgesenkt, damit kein Salzwasser aus den defekten Fugen austreten kann.

Unklar ist weiterhin, was die gesamte Sanierung der Lagune kostet. Die Stadt will die Baufirmen in Haftung nehmen. Es gehe um eine Schadenssumme in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro, sagte Ulrich. Bislang hat die Lagune über 30 Millionen Euro gekostet.