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Trotz Fehlstarts: FSV Zwickau hält an Trainer Ziegner fest

Zwickau (dpa/sn) – Nur magere zwei Punkte und zwei Tore – der FSV Zwickau geht nach dem sechsten Spieltag als Tabellenletzter der 3. Fußball-Liga in die zweiwöchige Länderspielpause. Doch trotz der schon jetzt prekären Situation wollen die Verantwortlichen nicht in die im Business sonst schnell üblichen Muster verfallen. Trainer Torsten Ziegner steht nicht zur Disposition.

«Wir brauchen nicht über den Trainer diskutieren, denn die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Reaktion gezeigt. Nur weil es im Umfeld ein, zwei kritische Stimmen gibt, werden wir nicht in Aktionismus verfallen. Torsten Ziegner wird auch am 8. September in Münster auf der Bank sitzen», sagte FSV-Sportvorstand David Wagner nach der 0:1-Niederlage am Sonntag gegen die Würzburger Kickers. Ziegner selbst spürt intern auch keinen Gegenwind. «Ich habe in erster Linie mit der Mannschaft, dem Funktionsteam und meinem Trainerteam zu arbeiten. Da sind wir uns alle im Reinen. Wir werden in Ruhe weiterarbeiten, versuchen die Fehler abzustellen und uns akribisch auf Münster vorbereiten. Ich bin überzeugt, dass wir die Kurve kriegen», gibt sich Ziegner kämpferisch.

Auch im Vorjahr blieben in der Hinrunde die sportlichen Erfolge aus, so dass der FSV als Tabellenvorletzter in die Winterpause ging. Damals wie heute stellt man sich schützend vor den Coach. Auch im Wissen, dass sich die Rahmenbedingungen eher verschlechtert haben. Der Profikader musste in der Sommerpause aus Kostengründen von 27 auf 23 Spieler verkleinert werden, Abgänge von Leistungsträgern wie Patrick Göbel, Jonas Nietfeld oder Jonas Acquistapace konnten nicht kompensiert werden.  Robert Koch, den Ziegner diesmal an der Seite von Ronny König als Stürmer aufgeboten wurde, hätte selbst für bessere Laune im Zwickauer Lager sorgen können. Doch der 31-jährige Allrounder vergab vor allem in der zweiten Halbzeit, als die Westsachsen fast pausenlos das Würzburger Tor anrannten, mehrere Großchancen. «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben nach der Pause gekämpft und auch gut gespielt. Aber Fußball ist Ergebnissport und da gehören Tore dazu. Doch die gelingen uns derzeit nicht», sagte Koch. Auch Koch hofft, dass die FSV-Verantwortlichen trotz des Fehlstarts nicht die Nerven verlieren. «Wir haben in der letzten Saison gezeigt, dass wir ein verschworener Haufen, eine echte Einheit, eine Familie sind. Nicht nur die Spieler, auch das Trainerteam, Mitarbeiter, Vorstand und Fans. Das hat uns stark gemacht. Daran soll sich jeder erinnern, dann kommen wir aus der Situation auch wieder heraus», sagte Koch und beschwörte den Zusammenhalt.