Urteil im Vanessa-Prozess: Himmelkroner Bademeister freigesprochen – Betreuerin schuldig

Das Urteil ist da. Unter großen Medieninteresse hat das Kulmbacher Amtsgericht heute das Urteil im Vanessa-Prozess gesprochen:

Der Bademeister ist heute vor dem Kulmbacher Amtsgericht freigesprochen worden. Er habe seine Aufsichtspflicht nicht verletzt. Richterin Sieglinde Tettmann hat die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen zugrunde gelegt. Die besagen, ein lückenloses Beobachten aller Schwimmenden könne man nicht verlangen, gerade ein Bademeister habe auch andere Aufgaben, wie Eintritt kassieren oder Kontrollgänge.

Anders liegt der Fall laut der Richterin bei der Betreuerin. Sie ist schuldig gesprochen wegen fahrlässiger Tötung. Zwar nicht, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt habe, so die Richterin, sondern weil sie Vanessa als Nichtschwimmerin ins Schwimmerbecken gelassen habe – wegen eines fatalen Irrtums: die Betreuerin war davon ausgegangen, dass Vanessa schwimmen konnte. Das hätte sie überprüfen und sich vorschwimmen lassen müssen. Die Betreuerin ist schuldig, bekommt aber keine Strafe – nur eine Verwarnung mit Strafandrohung, weil sie salopp formuliert genug bestraft ist. Eine Woche haben die Parteien jetzt Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen