Vanessa-Prozess steht an: Anwälte pochen auf Freispruch für Bademeister und Betreuerin

Es ist ungewöhnlich, dass die Rechtsanwälte von Angeklagten vor einer Gerichtsverhandlung an die Öffentlichkeit gehen. Im Fall des Todes der achtjährigen Vanessa vor vier Jahren im Freibad in Himmelkron ist das so. Nächste Woche wird der Badeunfall am Kulmbacher Amtsgericht neu verhandelt.

Aus Sicht der Rechtsanwälte Oliver Heinekamp und Ralph Pittroff kann der Prozess nur einen Freispruch für die beiden Angeklagten bringen. Eine Verurteilung könne nach dem Bundesgerichtshof nur erfolgen, wenn bei ordnungsgemäßer Aufgabenerfüllung als Bademeister oder Betreuerin die achtjährige Vanessa mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht verunglückt wäre, schreiben die beiden Anwälte. Für sie ist es – auch nach dem Gutachten eines Sachverständigers – nahezu ausgeschlossen, dass der Bademeister und die Betreuerin den Unglücksfall bemerkt hätten, wenn sie am Beckenrand geständen hätten.

Vanessas Tod ist und bleibe ein tragischer Unfall, heißt es unter anderem weiter. Der Bademeister habe mit den psychischen Folgen zu kämpfen, die Betreuerin arbeite weiter und bekomme Zuspruch von Eltern und Kindern. Die Mutter der verunglückten Vanessa setzt sich seit Jahren durch mehrere Instanzen dafür ein, dass der Tod ihrer Tochter juristisch aufgearbeitet wird.