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vbw fordert Zurückhaltung der IG Metall bei Tarifrunde

München (dpa/lby) – Unter Hinweis auf die aus ihrer Sicht kräftigen Lohnerhöhungen in der Vergangenheit hat die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) von der IG Metall Zurückhaltung in der diesjährigen Tarifrunde gefordert. Die Tarifentgelte in der Metall- und Elektrobranche seien seit 2011 um 19,5 Prozent gestiegen, sagte vbw-Präsident Alfred Gaffal am Dienstag in München.

«Die Klage über niedrige Löhne berücksichtigt nicht die Lohnentwicklungen der letzten Jahre», sagte Gaffal. Die IG Metall will sechs Prozent mehr Entgelt für die knapp 840 000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie und sie fordert ein Recht auf Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Stunden pro Woche sowie einen finanziellen Zuschuss für bestimmte Gruppen. Gaffal ist auch Präsident der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände in Bayern und hält diese Arbeitszeit-Forderungen angesichts des kräftigen Wachstums der bayerischen Wirtschaft für unangebracht. Kürzere Arbeitszeiten würden den Fachkräftemangel in der Wirtschaft verstärken.

Die Stimmung in Bayerns Unternehmen ist nach wie vor sehr gut. «Die bayerische Wirtschaft befindet sich in einem robusten Aufschwung», sagte Gaffal. Für 2017 erwartet der Arbeitgeberverband ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent in Bayern. «Dennoch dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen», sagte der vbw-Präsident.

Im Vergleich zur vorangegangenen vbw-Konjunkturumfrage im Frühling verbesserte sich der vbw-Index um sechs auf 145 Punkte. In den Index fließen unterschiedliche Daten ein, darunter etwa des Statistischen Landesamtes sowie des Konjunkturtests Bayern des Ifo Instituts.