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37 500 Euro Entschädigung nach Gockel-Angriff

München (dpa/lby) – Nach dem Angriff eines aggressiven Gockels müssen die Besitzer des Tieres einem Bauaufseher rund 37 500 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen. Der Streit ging am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München in die zweite Instanz und endete mit einem entsprechenden Vergleich.

Der Mann war im Juli 2013 mit Straßenbauarbeiten nahe dem Grundstück der Beklagten im oberbayerischen Landkreis Ebersberg beschäftigt. Er gibt an, er sei von dem Hahn angegriffen worden und beim Ausweichversuch rückwärts über die Straßenkante gestolpert. Dabei habe er sich einen Wirbel gebrochen. Die Versicherung der Beklagten hat bis zum 21. Februar Zeit, den Vergleich zu widerrufen.

Das Landgericht hatte in erster Instanz die Besitzer des Hahns zwar nur zu 10 000 Euro Schmerzensgeld sowie Schadenersatz verurteilt, aber zugleich festgestellt, dass sie dem Kläger sämtlichen künftigen materiellen und immateriellen Schaden aus dem Vorfall ersetzen müssen. Dem Kläger jedoch reichte das nicht: Er wollte mehr Schadenersatz und wandte sich gegen das Urteil des Landgerichts.

Am Mittwoch schilderte der Mann die Folgen des Gockel-Angriffs. Er befinde sich noch immer in physiotherapeutischer Behandlung. Langes Sitzen bereite ihm Probleme; zudem falle es ihm schwer, Lasten – etwa einen Bierkasten – hochzuheben. Seine Arbeitszeit habe er um vier Stunden pro Woche verkürzt. Seiner Nebentätigkeit als Hausmeister für eine Kirche könne er nur noch eingeschränkt nachgehen.

Die Vergleichssumme von 37 500 Euro setzt sich zusammen aus den 10 000 Schmerzensgeld und einem Schadenersatz in Höhe von 27 500 Euro. Die Beklagten hatten eingeräumt, dass Hühner und Hahn auf ihrem Grundstück frei herumliefen – wie in der Gegend üblich. Dass aber ausgerechnet ihr Hahn den Sturz und die Verletzungen verursacht haben soll, sei nicht belegt.