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Wissenschaftler warnt vor politischem Islam in Deutschland

Passau (dpa/lby) – Der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (45) hat den Umgang der christlichen Kirchen in Deutschland mit der türkisch-islamischen Organisation Ditib scharf kritisiert. Der politische Islam verstecke sich hinter den Kirchen und nutze Grauzonen im Grundgesetz aus – manchmal mit Hilfe der Kirchen -, um seine Infra- und Machtstrukturen auszubauen, sagte Abdel-Samad am Montag bei einer Veranstaltung der Verlagsgruppe Passau.

«Ditib ist keine religiöse Gemeinschaft, sondern der verlängerte Arm der Türkei in Deutschland.» Die Kirchen hätten Ditib hofiert. So sei beispielsweise zur Gedenkfeier für die Opfer des Terroranschlags in Berlin ein Imam eingeladen worden, der in einer vom Verfassungsschutz beobachteten Moschee predige, kritisierte der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler. «Indem man solche Leute hoffähig macht, macht man sich als Kirche mitschuldig.»

Ziel des politischen Islams in Deutschland sei «niemals die Integration der Muslime». Vielmehr lebe er von der Kluft zwischen Muslimen und der deutschen Gesellschaft. Von muslimischen Migranten in Deutschland erwartet Abdel-Samad, «dass sie die Werte respektieren und die Sprache lernen und dass sie bereit sind, sich damit zu identifizieren. Zugleich sollte die Regierung muslimische Migranten nicht in Moscheen und zu ihren Verbänden schicken, um integriert zu werden. «Das ist genau der falsche Weg.»