© Timm Schamberger

Würzburger Kickers feuern Trainer Schmidt

Würzburg (dpa/lby) – Die Würzburger Kickers haben aus Furcht vor einem weiteren sportlichen Absturz Trainer Stephan Schmidt nach nur kurzer Amtszeit gefeuert. Der 41-Jährige hatte erst im Sommer nach dem Abstieg der Unterfranken aus der 2. Fußball-Bundesliga die Nachfolge von Bernd Hollerbach angetreten. Der Drittligist reagiert zwei Tage nach der 0:2-Heimniederlage gegen die SpVgg Unterhaching. Die Kickers belegen in der 3. Liga den viertletzten Tabellenplatz.

«Die jüngste Niederlage und Leistung unseres Teams gegen Unterhaching sowie die ausbleibende Fortentwicklung des Teams seit Saisonbeginn entsprachen nicht unseren Erwartungen», begründete Vorstandschef Daniel Sauer am Montag in einer Vereinsmitteilung die Freistellung von Schmidt. Bis auf Weiteres soll der bisherige Co-Trainer Michael Schiele (39) die Mannschaft als Interimscoach betreuen.

Die Vereinsführung will sich keine Frist für die Verpflichtung eines neuen Cheftrainers setzen. «Wir geben uns jetzt die Zeit, die nötig ist, um die beste Lösung zu finden», erklärte Sauer. Das nächste Punktspiel steht am 14. Oktober beim Karlsruher SC auf dem Programm.

Der Verein benötige «unabdingbar neue Impulse, um die Wende herbeizuführen», erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Thorsten Fischer. Die Trennung von Schmidt hatte sich bereits am Wochenende angedeutet. Die Kickers-Anhänger hatten beim Spiel gegen Haching ihren Unmut artikuliert, auch gegen den Trainer. Die Kickers haben im gesamten Jahr 2017 noch kein Heimspiel gewinnen können.

Kickers-Chef Sauer nimmt nach der Trennung von Schmidt aber auch die Spieler verstärkt in die Pflicht: «Wir erwarten uns jetzt von der Mannschaft eine Weiterentwicklung und einen für alle sichtbaren Leistungswillen, der es uns ermöglicht, die Kickers wieder in die Spur zu bringen.» Ein weiterer Abstieg in die Regionalliga könnte das ambitionierte Würzburger Fußballprojekt insgesamt infrage stellen.