© Hauke-Christian Dittrich

13-Jährige getötet: Zweiter Verdächtiger im Visier

Würzburg (dpa/lby) – Mehr als 27 Jahre nach dem Gewaltverbrechen an einer 13-Jährigen in Unterfranken wird gegen einen zweiten Verdächtigen ermittelt. Der Beschuldigte war in der Vergangenheit bereits im Fokus der Ermittlungen gewesen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag bestätigte. Aus «ermittlungstaktischen Gründen» wolle man keine weiteren Angaben machen. Der «Main-Post» zufolge handelt es sich um einen 55-Jährigen, der damals dabei gewesen sein soll, als die Leiche gefunden wurde.

Die 13-Jährige war am 15. Dezember 1993 auf einem Aussiedlerhof in dem Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld (Landkreis Main-Spessart) zuletzt gesehen worden. Dort fanden Ermittler die Leiche in der Tiefe einer Güllegrube unter einem Betondeckel. Das Mädchen war durch massive Gewalteinwirkung zu Tode gekommen. Ein zunächst verdächtiger 15-Jähriger wurde nach einem Prozess freigesprochen.

Einer Gerichtsreporterin der «Main-Post» zufolge legte der damalige Vorsitzende Richter den Ermittlern nahe, einen damals 17- und einen 28-Jährigen genauer unter die Lupe zu nehmen. Beide seien am Nachmittag des Tattages mit dem Mädchen gesehen worden. Der jüngere Verdächtige, ein heute 44 Jahre alter Mann, wurde vergangene Woche wegen Mordverdachts verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft. Ein ausführliches DNA-Gutachten wird im Laufe der nächsten Wochen erwartet.

Die Kriminalpolizei Würzburg hat eine Ermittlungskommission gegründet und sucht mit einem Zeugentelefon nach Hinweisen. Der Staatsanwaltschaft zufolge, könnten die Ermittlungen noch drei bis vier Monate andauern.

© dpa-infocom, dpa:210128-99-202934/3