München Spieler bilden nach Abpfiff gegen den BVB einen Kreis., © Matthias Balk/dpa

Ausfall von Bär und Belkahia trifft 1860 hart

Michael Köllners böse Vorahnungen erfüllten sich auf bittere Art. Der große DFB-Pokalabend des TSV 1860 München gegen das mit Tempo und Spielwitz aufwartende Champions-League-Ensemble von Borussia Dortmund ergab im Ergebnis einen sportlichen Totalschaden. 0:3 verloren – und dazu in Torjäger Marcel Bär und Abwehrspieler Semi Belkahia zwei verletzte Leistungsträger, die den «Löwen» auf noch nicht absehbare Zeit im Aufstiegskampf der 3. Fußball-Liga fehlen werden.

«Das war in der Rückschau kein guter Tag für uns», sagte Köllner schon unmittelbar nach dem Pokal-Aus. Schon da befand er: «Das, was wirklich schmerzt, sind die beiden Verletzungen. Das ist schon ein schwerer Schlag.» Am Wochenende bestätigten ihn die Diagnosen.

Drittliga-Torschützenkönig Bär humpelte nach seiner unglücklichen Verletzung ohne Gegnereinwirkung an Krücken aus dem Grünwalder Stadion. Der 30-Jährige muss zu Wochenbeginn am Sprunggelenk operiert werden. Der so wichtige Angreifer, der zum Drittligastart zwei Tore beim spektakulären «Löwen»-Sieg in Dresden erzielt hatte, werde «längere Zeit nicht zur Verfügung» stehen, teilte 1860 mit.

Innenverteidiger Belkahia (23) zog sich beim leichten Training am Freitag vor dem Pokalspiel «eine strukturelle Verletzung am Oberschenkel zu». Auch er wird den Sechzigern nicht nur im kommenden Heimspiel gegen Aufsteiger VfB Oldenburg fehlen, sondern länger.

Einen möglichen Knacks durch die Dortmunder Fußball-Lehrstunde befürchtet Köllner bei seinem Team derweil nicht. «Wenn ein Drittligist gegen einen Bundesligisten verliert, der in Europa unterwegs ist, muss man sich nicht schämen», sagte der 52-Jährige.

Die 15.000 Zuschauer erlebten im Dauerregen «von der ersten Minute an einen Klassenunterschied», wie Köllner befand. Schon nach 35 Minuten und drei Toren von Donyell Malen, Jude Bellingham und Karim Adeyemi war die ungleiche Kraftprobe entschieden. Trotzdem feierten die 1860-Anhänger ihr Team nach Spielende. «Das ist ganz großes Kino», schwärmte Köllner. Mit den treuen Fans sollen auch die kommenden Wochen ohne Bär und Belkahia erfolgreich überstanden werden.

«Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben wieder in der Liga machen», forderte Marco Hiller. Als der Torwart das sagte, hoffte er noch, «dass die Verletzung bei Marcel Bär nicht so schwer ist. Er ist ein wichtiger Spieler für uns.» Auch Kapitän Stefan Lex richtete den Fokus schnell wieder auf das «Kerngeschäft» Aufstiegskampf: «Wir hatten in Dresden einen guten Start, den müssen wir gegen Oldenburg vergolden.»