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72 Tonnen Weltkriegsmunition 2017 in Bayern beseitigt

München (dpa/lby) – Bombenblindgänger, Panzerfäuste, Patronenmunition, gefunden auf Baustellen oder mitten in der Natur: Immer wieder stoßen Menschen auf Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei solch einem Fund ist höchste Vorsicht geboten, denn auch über 70 Jahre nach dem Krieg können solche Kampfmittel noch gefährlich sein. Zum Einsatz kommt dann der Kampfmittelbeseitigungsdienst. In Bayern beseitigte er im vergangenen Jahr rund 72 Tonnen Weltkriegsmunition, wie das Innenministerium am Freitag mitteilte.

Darunter seien auch 109 alliierte Spreng- und Splitterbomben gewesen. Solche Bombenblindgänger muss der Kampfmittelbeseitigungsdienst, der in Bayern von einer Fachfirma betrieben wird, bereits am Fundort unschädlich machen. Oft müssen wegen solcher Einsätze Wohngebiete umfangreich evakuiert werden.

Auch schon 2016 waren rund 60 Tonnen Weltkriegsmunition sichergestellt worden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, ein Ende der Funde sei nicht abzusehen. «Vor allem dort, wo es zu Kriegszeiten Bombardierungen gab, etwa im Umfeld ehemaliger Rüstungsbetriebe oder in städtischen Arealen, muss auch weiter mit Bombenblindgängern gerechnet werden.» Experten gehen davon aus, dass rund zehn Prozent der im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Spreng- und Splitterbomben nicht detoniert sind.

Über 1100 Hinweisen aus ganz Bayern ist der Beseitigungsdienst 2017 nachgegangen. Wer einen verdächtigen Gegenstand finde, solle ihn auf keinen Fall berühren und sofort die Polizei verständigen, teilte das Innenministerium mit.